Über eine Entfernung von mehr als 10.000 Kilometern hinweg tauschten sich die Schülerinnen und Schüler der Goetheschule Dieburg am vergangenen Mittwoch mit ihrer Partnerschule, dem Colegio Valle Sagrado in Urubamba (Peru), per Videokonferenz aus. Organisiert wurde die internationale Begegnung durch den Vorsitzenden des Vereins Zahnärzte helfen e.V., Dr. Norbert Reiß, der sich derzeit in Urubamba aufhält und die Verbindung zwischen beiden Schulen herstellte.
An der Goetheschule begleiteten die Lehrer Christoph Silbach und Christopher Kobelt, die beide den UNESCO-Bereich der Schule betreuen, gemeinsam mit Till Salkowski die Konferenz. Salkowski übernahm dabei die Übersetzung zwischen Deutsch und Spanisch. Aufgrund des siebenstündigen Zeitunterschieds begann die Videokonferenz in Dieburg um 15 Uhr, während es in Peru erst 8 Uhr morgens war.
Ein besonderes Highlight zu Beginn war die Begrüßung der ehemaligen Goetheschülerin Anneke Watts. Sie absolviert derzeit ein soziales Jahr im Kinderdorf Munaychay in einem Seitental von Urubamba und lebt bereits seit acht Monaten in Peru. Die Schülerinnen und Schüler freuten sich sehr, ein bekanntes Gesicht aus Dieburg wiederzusehen und von ihren Erfahrungen in Südamerika zu hören.
Im Anschluss kamen die Jugendlichen schnell miteinander ins Gespräch. In einer offenen Fragerunde erzählten sie von ihrem Alltag, ihren Hobbys und den Besonderheiten ihrer Heimatländer. Besonders spannend fanden die Schülerinnen und Schüler die Gespräche über typische Gerichte. Während in Dieburg unter anderem Pizza, Döner oder Pasta genannt wurden, berichteten die peruanischen Jugendlichen begeistert vom Nationalgericht Ceviche sowie von „Cuy“, einem traditionellen Gericht aus Meerschweinchen. Diese kulinarische Besonderheit sorgte bei den deutschen Schülerinnen und Schülern für großes Staunen.
Auch beim Thema Fußball wurde lebhaft diskutiert. Viele der peruanischen Schülerinnen und Schüler bekannten sich lautstark als Fans von Lionel Messi, während auf deutscher Seite unterschiedliche Lieblingsspieler genannt wurden. Große Einigkeit herrschte hingegen bei der Musik: Künstler wie Justin Bieber fanden auf beiden Kontinenten großen Zuspruch.
Überrascht zeigten sich die peruanischen Jugendlichen darüber, dass der Unterricht an der Goetheschule häufig bereits gegen 13 Uhr endet, während die Schülerinnen und Schüler in Peru bis 16 Uhr in der Schule bleiben. So erhielten beide Seiten interessante Einblicke in den Schulalltag des jeweils anderen Landes.
Zum Ende der Videokonferenz wurde es noch einmal besonders lebhaft: Die Idee, E-Mail-Adressen und Instagram-Kontakte auszutauschen, sorgte für große Begeisterung. Viele Schülerinnen und Schüler griffen sofort zu ihren Smartphones, um erste Kontakte zu knüpfen. In den kommenden Tagen sollen die Kontaktdaten offiziell zwischen den Schulen ausgetauscht werden, damit die neuen internationalen Freundschaften weiter vertieft werden können.
Die Videokonferenz war für beide Schulen eine wertvolle Erfahrung und ein gelungenes Beispiel dafür, wie internationale Partnerschaften und interkultureller Austausch durch moderne Technik lebendig gestaltet werden können.

(C. Silbach)

